Die erforderliche Software installieren, um damit anschließend die Arbeiten auf dem eigenen Rechner durchzuführen. Das ist das bislang vorherrschende System, den Computer zu nutzen.

 

Gerade bei umfangreichen Anwendungen mit komplexen Programmen und hohen Datenmengen stößt man dabei leicht an die Grenzen der Rechenleistung und der Speicherkapazität. Prozessoren müssen immer schneller und leistungsfähiger werden, Speicher müssen ständig vergrößert werden. Die Software veraltet immer schneller, permanente Updates sind die Folge.

 

Das alles will die IT-Branche nun ändern. Cloud Computing gilt als Zukunftstrend. Die Kapazität des eigenen Rechners tritt in den Hintergrund. Wichtig wird vielmehr die Anbindung ans Netz. Schnelle Verbindungen mit hoher Datentransferrate in beide Richtungen, sollen ermöglichen, die eigentliche Verarbeitung der Daten auszulagern. Möglich ist auch, deren Lagerung und Sicherung ebenfalls extern durchführen zu lassen.

 

Dem eigenen Computer kommt in einem solchen Szenario die Rolle des Befehlsstandes zu. Er dient dazu, die erforderlichen Daten aufzurufen und Befehle zu deren Bearbeitung zu geben. Die Rechnerkapazität wird extern nach Bedarf hinzugemietet. Das kann man sich so vorstellen, als ob jemand lediglich ein Steuerrad und ein Gaspedal zur Verfügung hat, um die gewünschte Richtung und Geschwindigkeit vorzugeben. Fahren tut das Auto jedoch woanders.

 

Die Lösung klingt verführerisch. Man muss seine Rechnerleistung nicht mehr neuen Erfordernissen anpassen. Das tut der externe Anbieter. Auch mit Softwareaktualisierungen hat man keine Last, denn alles wird auf dem angemieteten Zentralrechner immer auf dem neuesten Stand gehalten. Und auch Netzwerkprobleme innerhalb von Unternehmen werden unerheblich, solange der Online-Zugang zum externen Rechner funktioniert.

 

Außerdem ist Cloud Computing wirtschaftlich. Denn hier können vorhandene Kapazitäten täglich neu effektiv aufgeteilt werden. Nämlich an die, die sie gerade brauchen. Gerade für Unternehmen, die einen stark schwankenden Bedarf an Rechenleistung haben, lohnt es nicht, das Maximum permanent vorhalten zu müssen, obwohl es nur gelegentlich voll ausgenutzt wird. Es spart Kosten, wenn man sich die Kapazitäten mit anderen teilen kann.

 

So bestechend die Idee des Cloud Computing ist, weckt das Verfahren naturgemäß auch Sicherheitsvorbehalte. Was man aus dem Haus gibt, hat man nicht mehr in der Hand. Experten versichern jedoch, professionelle Cloud Computing Anbieter könnten weit besser und aktueller für Sicherheit sorgen, als jeder ihrer Einzelkunden. Daten könnten heute so übertragen, codiert und fragmentiert gelagert werden, dass Unbefugte keine Chance mehr hätten, sie einzusehen oder abzurufen.

 

Führende IT-Dienstleister, darunter so bekannte Namen wie Cisco, Microsoft, Hewlett Packard, IBM, Dt. Telekom und SAP, sehen im Cloud Computing einen potenziellen Milliardenmarkt und investieren verstärkt in diese Entwicklung. Zukäufe und Allianzen werden in letzter Zeit häufig unter diesem Gesichtspunkt getroffen. So sei beispielsweise der Kauf von Sun Microsystems durch Oracle ein Schritt, um sich auf Cloud Computing vorzubereiten, erklären Branchenexperten.

 

Cloud Computing ist ein Verfahren, das seinen Charme nicht nur als vermietete Rechnerkapazität entfalten wird. Gerade Anbietern von Gratis-Downloads bieten sich hier ganz neue Möglichkeiten. Hatte man bisher mit dem Kunden nur einmal, nämlich beim eigentlichen Downloadvorgang, Kontakt, bietet das Gratis-Cloud-Computing die Möglichkeit, permanenten Traffic zu generieren. Nämlich immer dann, wenn der Kunde den Cloud Rechner aufruft, um darauf zu arbeiten. Die perfekte Chance, um aktuelle Werbebotschaften zu integrieren.