Jetzt rückt Microsoft mit ersten Informationen zur nächsten Windows-Generation heraus. Bescheiden, wie man im Hause Microsoft nun einmal ist, wird „Windows 8“ als „Revolution“ im Bereich der Betriebssysteme angekündigt. Man habe Windows geradezu neu erfunden, hieß es auf einer Konferenz in Anaheim, bei der erste Details des neuen Systems zur Sprache kamen. Wer so viel verspricht, wird an seinem eigenen, hohen Anspruch gemessen werden.

Verglichen mit der aktuellen Version „Windows 7“ seien rund 1.500 Modifikationen eingeflossen. Für den User bedeute das eine völlige Runderneuerung mit ganz neuer Benutzeroberfläche und vielen zusätzlichen Funktionen. Bleibt zu hoffen, dass man sich schnell und unkompliziert darin zurecht findet. Erste Informationen deuten darauf hin, dass sich die Gestaltung von PC und Handy immer mehr annähern wird. Statt der klassischen Taskleiste darf man mit einer visuellen Darstellung rechnen, die sich enger am „Windows Phone“-Betriebssystem orientiert. Für die Optik bedeutet das, dass der Startbildschirm sich aus einzelnen Kacheln zusammensetzt, die für verschiedene Anwendungen stehen, im Fachjargon wird das als „Metro-Design“ bezeichnet. Positiv: Das System fährt schneller hoch und Programme, die mit Windows 7 funktionierten, sind auch kompatibel für Windows 8. Gewohnte Office-Anwendungen sollen in der vertrauten Optik weiter laufen. Multitasking ist selbstverständlich; auch wenn zwischen vielen geöffneten Anwendungen häufig gewechselt wird, soll Windows 8 nichts aus der Ruhe bringen können. Außerdem soll das System auf die besonderen technischen Anforderungen von Tablet-PC’s besser als bisher optimiert worden sein. Ferner wurde einiges unternommen, um den Anschluß an Peripheriegeräte wie Beamer, Scanner oder Drucker zu vereinfachen. Auch die schnelleren USB 3.0-Anschlüsse sind dabei bereits berücksichtigt worden. Eine unkomplizierte Geräteerkennung ohne langes Treiber-Wirrwarr würde bestimmt sehr begrüßt werden.

Noch ist weder bekannt, ab wann Windows 8 erhältlich sein wird, noch wann die großen Hardware-Hersteller das neue Betriebssystem regulär in Neugeräte integrieren werden. Branchenexperten rechnen frühestens im nächsten Jahr damit. Entwickler von Apps und Peripheriegeräten können jedoch bereits eine Vorschau im Netz einsehen. Ab 14. September wird der so genannte „Windows 8 Developer Preview“ Interessierten online zur Verfügung stehen. Außerdem gibt es Beispiele und Tutorials, damit die Entwicklung der Apps auf die Anforderungen des neuen Standards abgestimmt werden kann. Diese Entwickler liegen Microsoft besonders am Herzen. Denn für Windows 8 soll es einen umfangreichen App-Store geben. Und der kann nur dann attraktiv sein, wenn möglichst bald viele pfiffige Gimmicks darin angeboten werden. Die Java- oder HTML-basierte Programmierung wird als besonders unkompliziert beschrieben und soll all jene ermutigen, die mit guten Ideen in den Startlöchern stehen, diese baldmöglichst umzusetzen.

Microsoft betont, dass man sich terminlich nicht selbst unter Stress setzen möchte. Qualität sei wichtiger als Geschwindigkeit, um peinliche Pannen schon im Vorfeld ausschließen zu können.