Bereits im Jahr 2010 stellte das weltweißt größte soziale Netzwerk Facebook die sogenannte umgehende Personalisierung vor, die am vergangenen Freitag auch in Deutschland aktiviert wurde. Die Funktion ermöglicht es verschiedensten Partnerseiten, darunter beispielsweise Clicker, Rotten Tomatoes, Pandora, Trip-Advisor, Yelp, Docs.com und die Microsoft-Suchmaschine Bing, auf die Nutzer-Profile und darauf veröffentlichte Informationen zuzugreifen.

Für Mitglieder ist die Nutzung der Platzform zwar von jeher kostenlos, dennoch agiert die von Mark Zuckerberg einst ins Leben gerufene Plattform wie jedes Unternehmen. Facebook finanziert sich vor allem aus Werbeinnahmen, aber auch durch die Weitergabe von Nutzerdaten. Das einzelne Mitglied kann anhand der vorgenommenen Privatsphären-Einstellung weitestgehend darüber entscheiden, ob und in welchem Umfang die eigenen Daten hierfür genutzt werden können und dürfen. Das gilt vor allem auch für die nunmehr neue Funktion der umgehenden Personalisierung, die in allen Nutzerkonten standardmäßig aktiviert ist.

Welche Daten durch die umgehende Personalisierung konkret an die Facebook-Partner preisgegeben werden bleibt bislang allerdings ebenso offen, wie deren konkrete Verwendung und Speicherung auf externen Seiten. Eine Sprecherin des Unternehmens sagte auf Nachfrage zwar, dass keinerlei Informationen weitergeleitet werden, wenn eine deutsche IP-Adresse genutzt würde, eine für den Anwender verbindliche Zusicherung hierüber findet sich in den Nutzungs- und Datenschutzbedingungen selbst jedoch nicht.

Nicht nur die oftmals wenig recht transparente Darstellung seitens Facebook stimmt vor allem Datenschützer misstrauisch. Gerade Features, die die persönlichen Daten der Nutzer betreffen, werden oftmals in Nacht- und Nebel-Aktionen ohne Rücksicht auf den gesetzlichen Datenschutz und ohne die Nutzer darüber zu informieren aktiviert. Hierdurch laufen die Nutzer Gefahr, dass sensible oder rein private Daten unkontrolliert weiterverwendet und veröffentlicht werden. Den Betroffenen Anwender ist es dadurch weder möglich, auf Umfang noch Dauer der Speicherung Einfluss zu nehmen. Überdies kann dadurch auch eine missbräuchliche Nutzung der Daten durch Dritte nicht ausgeschlossen werden, die für den Facebook-User möglicherweise sogar strafrechtliche Relevanz besitzen könnte.

Datenschützer raten daher dringend, die umgehende Personalisierung, die bei allen Facebook-Accounts automatisch aktiviert ist, zumindest solange zu deaktivieren, bis der Betreiber den Datenschutz gewährleistet, will heißen, der konkrete Umfang als auch die Verwendung der persönlichen Daten durch die Facebook-Partner offen gelegt wird. Die Änderung ist über die Privatspären-Einstellungen im Bereich Websites und Anwendungen des Nutzerkontos möglich. Sollte das entsprechende Feld für die umgehende Personalisierung bei deutschsprachigen Facebook-Konten grau hinterlegt sein, hilft die vorübergehende Änderung der Sprache zu US-Englisch zur Änderung.