Cloud Computing, das Arbeiten in der „Wolke“ soll, so prognostizieren manche Experten, Schule machen. Dabei liegt die Software im Web. Der Computer selbst, stellt nur noch die Online-Verbindung her, ohne über eigene Anwendungen zu verfügen. Der Vorteil: Alles ist stets auf dem neuesten Stand, niemand muss sich mehr um Updates sorgen.

 

So ein Chromebook ist blitzschnell betriebsbereit. Hochfahren ist Sekundensache, kein Wunder, denn außer der Online-Verbindung muss nicht viel geladen werden. Die ist aber auch dringend nötig, denn netzunabhängig ist ein Chromebook zu kaum etwas in der Lage. Schon Text- oder Bildbearbeitung funktionieren nur, solange man am Netz hängt. Das Betriebssystem Chrome OS ist ganz darauf ausgelegt, die nötigen Verbindungen zu Cloud-Anwendungen herzustellen. Das bedeutet auch, dass Speicherungen auf Google-Servern vorgesehen sind. Das könnte zwar sicherer sein, als auf dem eigenen Rechner, da damit potenzieller Virenbefall ausgeschlossen sein soll. Doch das Gefühl, nicht mehr vollkommener Herr seiner auf der Festplatte „materialisierten“ Daten zu sein, ist doch recht gewöhnungsbedürftig. Weiteres Problem: Der Nutzer ist ganz auf die von Google in der Cloud angebotenen Programme angewiesen. So wird zur Bildbearbeitung beispielsweise das Programm „Picasa“ eingesetzt, als Browser kommt nur „Chrome“ in Frage, ganz gleich, ob man das nun gewohnt ist oder nicht.

 

Das erste, gemeinsam mit Samsung entwickelte und angebotene Gerät, liegt bei einer 12-Zoll Bildschirmdiagonale irgendwo zwischen Notebook und Netbook. Das Gewicht ist gering, kein Wunder, denn das Innenleben kann auf ein Minimum beschränkt werden. WLAN ist obligatorisch, denn ohne Netz geht eben nichts. Im Grunde muss aber auch der optionale UMTS-Zugang mit geordert werden, denn wer hat schon ständig WLAN-Spots in der Nähe? Möglicherweise ist der UMTS-Betrieb aber an bestimmte Mobilfunkanbieter gebunden, mit denen Google vorab entsprechende Verträge geschlossen hat. Die Akku-Laufzeit dürfte, verglichen mit konventionellen Systemen, profitieren, denn je geringer die interne Arbeitsleistung, um so geringer wird der Stromverbrauch sein.

 

Äußerlich ist das Gerät konventionellen Netbooks sehr ähnlich. Basis ist ein Intel Atom N570 Prozessor, der Arbeitsspeicher hat 2 GB. Zur Ausrüstung gehören Mikrofon und Webcam (in der Version H02DE), um in Verbindung bleiben zu können, ferner 2 USB 2.0-Anschlüsse und ein Speicherkartensteckplatz. Wenn Anwendungsprogramme und eigene Daten weitgehend nur noch in der Cloud liegen, kann die interne Speicherkapazität naturgemäß auf ein Minimum – 16 GB SSD – beschränkt werden. Auch die Kühlung dürfte kleiner dimensioniert sein, „gedacht“ und „gemacht“ wird schließlich überwiegend auswärts. Angesichts dessen, wundert es um so mehr, dass dieser vergleichsweise deutlich abgespeckte Kandidat dennoch so viel kostet, als sei er ein „Selbstdenker“. Erste Veröffentlichungen nannten Preise von 429 bis 499 US$, alternativ eine Miete von 28 Dollar monatlich.

 

Bei Amazon kann jetzt vorbestellt werden. Zwei Modelle stehen zur Auswahl, das Samsung XE500C21-A03DE zum Preis von 399, lieferbar ab 1. Juli 2011 und das Samsung XE500C21-H02DE für 449 Euro, lieferbar ab 10. Juli 2011. Ob die Sache ein Erfolg wird, ist angesichts dieser Preise mehr als fraglich. Denn hier zahlt man vergleichsweise mehr für einen Computer, der vieles nicht mehr selbst kann, dafür aber von Googles Cloud abhängig macht. Einen entscheidenden Vorteil hat die Cloud-Technologie allerdings: Zukünftige Verbesserungen finden im Netz statt, niemals Gerät. So gesehen ist ein Veralten im herkömmlichen Sinn ausgeschlossen. Theoretisch müsste also ein Chromebook auch nach vielen Jahren noch auf dem neuesten Stand sein, sofern der Akku durchhält. Auch von Acer wird demnächst ein ähnliches Gerät mit dem Chrome OS Betriebssystem erwartet.