Internet Protocol Version 6, kurz ipv6, soll das bis heute standardisierte IPv4 ersetzen. Mit ipv6 ist es möglich, IP-Adressen bis zur unglaublichen Zahl von 340 Sextillionen zu generieren. Das ist notwendig, da die unter IPv4 generierten Adressen, ca. 4,3 Milliarden Stück, weitestgehend aufgebraucht sind. Mit IPv4 ist die Herstellung neuer Adressen fast nur noch durch das Recycling alter IP-Adressen möglich. Mit der weltweit wachsenden Anzahl an Computern wird es notwendig, auf andere Systeme wie zum Beispiel ipv6 umzustellen.
Mit dem Einsatz von ipv6 wird es zugleich möglich, den einzelnen Adressbereichen Sonderaufgaben und unterschiedliche Eigenschaften zu zuweisen. Schließlich bestehen die IP-Adressen bei ipv6 aus 128 Bit, und nicht wie bisher nur aus 64 Bit.

Mit den letzten 64 Bit der neuen Adressen werden für die Netzwerkschnittstellen eindeutige Interface Identifier erzeugt. Der Nachverfolgung der einzelnen Nutzer des Internets werden somit Tür und Tor geöffnet. Datenschutzbeauftragte sehen darin ein größeres Problem, da die Anonymität eines jeden Nutzers aufgehoben wird. Im Sinne des Datenschutzes werden eher täglich wechselnde Präfixe gewünscht.

Mit der neuartigen Internet Protocol Version 6, können aber auch einzelne Vorgänge spezifiziert werden, die zur Ver- und Übermittlung von Daten notwendig sind. Dazu zählen zum Beispiel die Adressierung am Vorgang beteiligter Netzwerkelemente wie Rechner und Router. Das neue Protokoll System soll zum Standard für die Vermittlungsschicht des OSI-Moduls werden.

Durch die Vergrößerung des Adressenraumes wird der für die Router so wichtige Protokollrahmen vereinfacht und wesentlich verbessert.
Zu einer erfolgreichen Auflösung der IP-Adressen ist es unerlässlich, dass ein funktionierender Domain Name vorhanden ist. Damit die Anwendung der Protokolle auch funktioniert, müssen diese Anwendung im Betriebssystem und im Browser eingestellt werden. In den meisten Fällen ist das auch möglich. Jedoch sollte der Nutzer damit bereits Erfahrungen haben, um keine ungewollten Änderungen zu veranlassen.

In den neueren Versionen der meisten üblichen Betriebssysteme ist die überarbeitete Internet Protocol Version 6 bereits vorinstalliert. Dazu gehören zum Beispiel LINUX, WINDOWS VISTA, WINDOWS 7, CISCO, MAC OS X und Solaris. Ob das eigene Betriebssystem auch schon entsprechend umgerüstet ist, kann beim jeweiligen Hersteller nachgefragt werden.
Nachteilig kann angesehen werden, dass das neue System der Protokoll Version teilweise neue Antivirenprogramme und Filterregeln für Firewalls erfordert. Oftmals müssen dann die Paketfilter neu eingestellt werden. Sollte sich der Computernutzer damit nicht auskennen, ist der Rat und die Hilfe von Fachleuten angebracht.
Die Aktualisierung und Anpassung der gängigsten Webbrowser und E-Mail-Programme der wichtigsten Betriebssysteme ist bereits geschehen. Wenn dies noch nicht der Fall ist, müssen auch hier ebenso manuelle Änderungen vorgenommen werden.
Obwohl die Erweiterung von IPv4 absolut notwendig ist, setzt sich die Umstellung weltweit nur langsam durch. Überwiegend kommt die neue Version im Geschäftsbereich zum Einsatz, da hier auf den Einsatz neuester Computertechnik und neuester Betriebssysteme mehr Wert gelegt wird, und der finanzielle Spielraum größer ist. In den USA ansässige Unternehmen nutzen bereits zu ca. 70 Prozent die aktuelle Protokoll Version 6.
Im privaten Sektor erfolgt die Umstellung nur langsam und teilweise sogar schleppend. Nutzer mit einem funktionierenden PC-System werden nicht unbedingt sofort mit der Umrüstung beginnen, sondern die weitere Entwicklung abwarten.
Erfahrungsgemäß haben die Nutzer eines PCs mit der neuesten Protokoll Version Schwierigkeiten bei der Kommunikation mit Rechnern, die noch nicht umgestellt wurden. Immer wieder treten dabei noch Probleme auf, weil die Rechner nicht in jedem Fall richtig entscheiden, welche Schnittstelle angesprochen werden soll.

Mit der fortschreitenden Entwicklung und der weiteren Verbreitung werden die wenigen Kinderkrankheiten aber ganz sicher noch beseitigt.