Für viele, die dauerhaft ausgewandert oder für eine Weile in der Fremde sind, ist das wichtigste am Internet die Skype-Telefonie. Das ist der Draht in die Heimat, die Verbindung zu Freunden und Verwandten daheim. Besonders vor Weihnachten, wenn die gegenseitigen Festtagsgrüße und Neujahrswünsche ausgetauscht werden, ist Skype für viele unverzichtbar geworden.

Da man nicht nur miteinander sprechen, sondern mit der Webcam regelrechte Videokonferenzen organisieren kann, bereitet sich manch einer sorgfältig vor: Da wird noch schnell das gebügelte Hemd aus dem Schrank geholt, die klassische Krawatte umgebunden (obwohl man sonst nie eine trägt) und die Kinder werden ordentlich gekämmt, um bei den Schwiegereltern einmal im Jahr einen guten Eindruck zu hinterlassen. Im Bildhintergrund aufräumen, damit der Haushalt einen adretten Eindruck macht und dann geht’s los…

Doch in diesem Jahr saß manch gut vorbereiteter Gesprächspartner frustriert vor dem Mikrofon: „Downtime!“ Die Verbindung wollte einfach nicht klappen. Was war passiert?

Auf Twitter fragten sich die besorgten User, ob die Leitungen rechtzeitig zum Fest wieder in Ordnung kommen würden. Unter „@Skype“ bemühten sich dort Skype-Mitarbeiter die Frustrierten soweit als möglich mit Statusinformationen zu versorgen und sie ihrer intensivsten Anstrengungen zu versichern. Skype CEO Tony Bates gab am 23. Dezember in einer Videobotschaft bekannt, es sei mittlerweile gelungen, die Stabilisierung auf einem Niveau von 90 Prozent des üblichen Traffic-Volumens zu stabilisieren. Doch Weihnachten verlangt offenbar weit mehr, als das durchschnittliche Gesprächsaufkommen.

Im ersten Moment könnte man an einen gezielten Hacker-Angriff denken, der das System lahmgelegt haben könnte. Im Unternehmen selbst, hält man einen feindlichen Angriff eher für unwahrscheinlich. Vermutlich ist Skype vielmehr ein Opfer seines eigenen Erfolges geworden. Die Zahl der User hat so enorm zugenommen, dass der Weihnachtsansturm alle Kapazitäten buchstäblich überrannt hat. Gerade Sonderfunktionen, wie das „Group Video Calling“, bei dem sich Familienmitglieder aus aller Welt zusammenschalten können, sind zu schnell an ihre Grenzen gestoßen.

In einer weiteren Meldung vom 23. Dezember gab Skype bekannt, es sei ein Problem in der ’supernodes“ genannten Software identifiziert worden, die dazu dient, dass Skype-Nutzer andere Teilnehmer im Netz finden und identifizieren können. Die Ingenieure seien emsig an der Behebung dieses Problems und man danke für die Geduld der User. Normale Verbindungen werden eher wieder regulär funktionieren. Für Sonderfunktionen, wie das Group Video Calling, wird es etwas länger brauchen.

Ein kleiner Trost für alle, die vergeblich „ins Leere“ gewählt haben: „Pay As You Go“ und „Pre-Pay users“ sollen demnächst mit einer Gutschrift per Mail entschädigt werden, die Freigespräche von rund 30 Minuten in Festnetze rund um den Globus ermöglicht.

Bleibt zu hoffen, dass bald alle Probleme behoben sind, damit wenigstens die Neujahrsgrüße wieder wie gewohnt rund um die Welt gehen können.