Die neue Top-Level-Domain .xxx wird erstmals im Jahr 2011 vergeben. Sie wurde nach einer ersten Ablehnung von der US-amerikanischen Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) beschlossen und soll pornografische Internetangebote umfassen.

Die Domainendung ist ein Kompromiss, der zwischen den Anbietern nicht jugendfreier Inhalte aus der Erotik-Branche und konservativen Politikern ausgehandelt wurde. Die Jugendschützer empfehlen verantwortungsvollen Pornografie-Anbietern, durch die .xxx-Endung ihr Angebot deutlicher als bisher zu kennzeichnen, so dass Eltern mit einer Filter-Software nur noch eine Domainendung zu blockieren brauchen, statt einen aktualisierbaren Sperrfilter für hunderttausende von pornografischen Seiten vorzuhalten. Eine Pflicht besteht jedoch für die Erotik-Anbieter nicht, sie können ihre Seiten wie bisher unter .com und nationalen TLDs betreiben.

Kritiker befürchten, dass Staaten, in denen ein generelles gesetzliches Verbot von Pornografie herrscht, ebenfalls Zensurfilter installieren. Sie werfen den US-Aktivisten gegen Pornografie auch vor, unberechtigt Domainnamen reserviert zu haben, um die Verwendung zu verhindern. Es waren daneben Fälle bekannt geworden, in denen unberechtigte Personen .xxx-Domains für Unternehmensnamen und Prominente reserviert hatten. Die Porno-Industrie selbst klagte zuletzt über zu hohe Preise für die Domain-Vergabe.

Bis zum 28. Oktober 2011 konnten die gewünschten Domainnamen reserviert werden, wegen des großen Andrangs der professionellen Erotik-Anbieter wurde der Zeitraum von der ICANN sogar von 30 auf 50 Tage verlängert. Vom 8. bis zum 25. November wurden die reservierten Namen vergeben. Ab dem 7. Dezember schließlich können auch Privatpersonen eine .xxx-Domain beantragen. Mehr als 900.000 Namen sind inzwischen registriert.