Treu hat es seinen Dienst getan. Doch irgendwann wird selbst das beste Notebook durch einen Nachfolger ersetzt. Sei es, weil es einfach streikt oder weil die Leistung modernen Anforderungen nicht mehr genügt. In den letzten Jahren sind die Prozessoren immer flinker geworden, die Festplattenkapazität hat drastisch zugenommen und die Arbeitsspeicher leisten ein Vielfaches früherer Modelle. Da liebäugelt manch einer mit dem nächsthöheren Level.

Bei stationären PC’s ist eine schrittweise Hochrüstung meist kein Problem. Gut zugängliche Steckverbindungen ermöglichen den schnellen Austausch einzelner Komponenten. Da wird mal fix eine Grafikkarte ausgewechselt, ein Lüfter erneuert, eine Netzplatine gewechselt. Beim Laptop ist das nicht so einfach, denn die meisten Teile sind auf dem Motherboard fest verlötet. Vereinzelt läßt sich die Festplatte durch ein Exemplar mit höherer Speicherkapazität austauschen, oft bietet der Arbeitsspeicher Erweiterungsmöglichkeiten durch die Ergänzung oder den Austausch stärkerer Speicherriegel. Doch auch hierbei stößt man schnell an konstruktionsbedingte Grenzen.

Schwächelt möglicherweise auch noch der Akku, so sind dem mobilen Einsatz ohnehin enger werdende Zeitlimits gesetzt. Viele scheuen den Aufwand der Instandsetzung oder Hochrüstung und entscheiden sich für einen Neukauf, zumal die Notebookpreise trotz permanent steigender Geräteleistung in den letzten Jahren eher gefallen, als gestiegen sind.

Das Resultat sind unbenutzte Gebrauchtgeräte, die in Teilen noch funktionsfähig sind; bei manchen ist mit der Zeit ein regelrechtes „Türmchen“ aufeinander geschichteter Altgeräte entstanden. Dazu kommen all die traurigen Exemplare, die durch Herunterfallen, Wasserschäden oder Überhitzung ein plötzliches, jähes Ende gefunden haben.

Viele halten ihre alten Geräte für wertlos, mag man sie doch angesichts offensichtlicher, bekannter Mängel niemandem mehr guten Gewissens anbieten. Dabei wird oft vergessen, dass nahezu in jedem schadhaften Notebook noch viel Brauchbares steckt. Das fängt schon beim Netzteil an. Manch grundsätzlich heilem Gerät mangelt es lediglich daran, um wieder in Betrieb zu gehen zu können.

Es gibt jedoch Spezialisten, die mit viel Know-how aus gebrauchten Geräten noch das Beste herausholen. Hier gilt die Devise: Aus zwei oder drei Altgeräten mit ganz verschiedenen Defekten können pfiffige Techniker wieder ein Funktionsfähiges zusammensetzen. Einem mag beim Hinfallen der Bildschirm kaputt gegangen sein, bei einem anderen gleichen Typs, ist vielleicht das Motherboard durch Überhitzung beschädigt worden, doch zusammen sind sie stark…

Um genug „Ausgangsmaterial“ zu haben, werden regelmäßig schadhafte Notebooks angekauft. Hier kann man sein Gerät ganz einfach online anbieten, indem man ein kurze Checkliste ausfüllt, in der man den Gerätetyp und vorhandene Fehler exakt beschreibt und seine Preisvorstellung angibt. Eine sinnvolle Sache, denn so kann der vermeintliche Schrott zumindest in Teilen wieder eine neue Verwendung finden und es gibt noch ein wenig Geld dafür. Allemal besser, als wenn sich die alten Laptops auf dem Dachboden stapeln.