Befehle mühevoll per Tastatur einzugeben, das ist von gestern. Eine Steuerung per Sprache ist nicht nur bei der Texterfassung, sondern auch bei vielen Grundfunktionen von Windows schon heute möglich. Doch das ist noch nicht alles. Das neue iPhone 4S überrascht mit „Siri“, einem Sprachdialogsystem, das den User nicht nur versteht, sondern ihm auch antwortet und assistiert. Gegenüber der reinen Sprachsteuerung eröffnet das eine völlig neue Dimension.

Siri versteht erstaunlich viel und weiß auf scheinbar alles eine Antwort. Und so hat es sich bereits zum beliebten Spiel entwickelt, diese Möglichkeiten auszutesten. Die Entwickler haben sich viel Mühe gegeben. Dadurch ist dieses virtuelle Wesen nicht nur in der Lage, sinnvoll zu reagieren Manchmal überrascht es mit Schlagfertigkeit und sogar mit Humor. Wer fragt „Wo bist Du?“, erhält die Antwort „Wo Du bist, da bin auch ich.“ Auf die Frage „Willst Du mich heiraten?“, kontert Siri mit der Antwort „In meinem Endbenutzer-Lizenzvertrag steht nichts von Ehe.“ Auf die Frage „Liebst Du mich?“ kommt die Reaktion „Ich bin nicht fähig zu lieben“ oder „Ich respektiere Dich.“

Wenngleich das iPhone 4S sich vom Vorgängermodell optisch kaum unterscheidet, so wird es dennoch in so mancher Runde zur Attraktion durch dieses neue, unterhaltsame Feature. Ganze Stammtischrunden testen Siris Möglichkeiten und versuchen, das System durch immer absurdere Fragen an seine Grenzen zu bringen. Auf YouTube gibt es bereits etliche Videos, die die lustigsten Gespräche mit Siri zeigen. Amüsant ist es, wenn sich zwei iPhone 4S miteinander unterhalten, Siri also auf sich selbst losgelassen wird. Auch erste Songs mit Siris Stimme sind schon komponiert worden. Siri versteht und spricht  bislang Hochdeutsch. Eine weitere Herausforderung  werden Dialekte wie bayerisch, sächsisch oder gar Plattdeutsch sein. Wahrscheinlich wird es dafür mittelfristig zusätzliche Apps geben.

Nicht alles klappt auf Anhieb. Auf die Frage „Uhrzeit“, kann schon einmal die Antwort kommen: „Ich kann Uhrzeit nicht in Deinen Kontakten finden.“ Die Frage „Wie spät ist es in Los Angeles?“ wird besser verstanden. Prompt wird die exakte Uhrzeit angesagt. Auf die Bemerkung „Du bis dumm Siri.“, kommt die Antwort „Ich tue mein Bestes.“ „Wo kommen die Babys her?“ führt zur Auskunft „Ich habe zwei Baby-Stores ganz in Deiner Nähe gefunden.“

Siri kennt und nennt zwar den Namen des Benutzers, lässt sich aber ungern auf Privates ein. „Wie magst Du es am liebsten?“ wird mit „Alles, was ich brauche, habe ich in der Cloud.“ beantwortet. Auf die Frage „Bist Du Mädchen oder Junge?“ antwortet es „Ist das relevant?“ oder „Mir wurde kein Geschlecht zugewiesen.“. „Siri, ich liebe Dich!“ wird mit „Das ist unmöglich.“ oder „Du kennst mich doch kaum.“ beantwortet. Hartnäckige Verehrer erhalten die Antwort „Ich schwebe auf Wolke 7.“ Auf die Aufforderung „Erzähl mir einen Witz!“ erwidert Siri „Entschuldigung, aber ich kenne keine guten Witze.“ Das ist noch ausbaufähig. Auf die Frage „Was machst Du morgen?“ kommt diensteifrig: „Ich warte, dass ich etwas für Dich tun kann.“

Bei Beschimpfungen bleibt Siri gelassen und äußert kein böses Wort. „Frag mich doch noch einmal nett!“ oder „Habe ich das verdient?“ sind typische Antworten. Wer sich hingegen freundlich bei Siri bedankt erhält die Antwort „Immer zu Deinen Diensten“, „Dein Wunsch ist mir Befehl.“ oder „Es war mir wie immer ein Vergnügen.“ Alle Achtung, höflich ist Siri also auch.