Mehrere Millionen Songs sind bei Apple Music und iTunes verfügbar. Darunter auch welche der Beatles, ganz selbstverständlich. Tatsächlich aber zieht der digitale Beatles Musikkatalog eine riesige Reihe aus Gerichtsprozessen hinter sich her, welche schlussendlich zur digitalen Veröffentlichung der ikonischen Musik bei iTunes führten.

Die Involvierten

Auf der einen Seite stand Apple, damals noch Apple Computer, und auf der anderen Apple Corps. Apple Corps war eine von den Beatles im Jahr 1968 gegründete Firma, man beachte die Gründung vor Apple Computer, zur Unterbringung ihres Plattenlabels Apple Records. Beim Namen Apple Corps handelt es sich übrigens um ein Wortspiel, da er gesprochen wird wie Apple Core, Englisch für Apfelkern.

Der Streit beginnt

Apples Gründung folgte im Jahr 1976 und nur fünf Jahre später die erste Klage seitens Apple Corps. Die Logos seien zu ähnlich, man befürchte Verwechslungen. Beide Firmen hatten einen Apfel als Logo. Apple Corps‘ war grün und sah dem obigen relativ ähnlich.

Eine Einigung fand in Form einer Zahlung von Apple Computer an Apple Corps statt. Es stellte sich später heraus, dass sich diese auf 80.000 US-Dollar belief, und aus einem versprechen beider Seiten jeweils nicht ins Musik- bzw. Computergeschäft einzusteigen bestand.

Alles gut? Keineswegs. 1989 bricht Apple nämlich selbiges versprechen und beginnt seine Computer mit MIDI Aufnahme Features auszustatten. Apple Corps sieht das Versprechen gesprochen. Klage. Man konnte sich schließlich außergerichtlich einigen. Bis heute sind die Konditionen dieser Einigung allerdings nicht bekannt.

Doch schon zwei Jahre später geht es weiter. Man ist sich immer noch nicht über die Rechte an dem Namen Apple einig geworden. Auslöser war dieses Mal das Hinzufügen eines neuen Systemsounds zum Apple Betriebssystem. Damals hieß dieser noch Chimes, später wurde er liebevoll in Sosumi (gelesen: „So sue me“) umbenannt.

Eine 26 Millionen US-Dollar Zahlung von Apple an Apple Corps später einigte man sich auf folgendes: Apple Corps erhielt die Rechte für den Namen Apple für „kreative Werke deren wesentlicher Inhalte Musik sind“, Apple Computer die Rechte für „Güter oder Dienste … zur Reproduktion, zum Abspielen oder anderweitigen Übertragung solcher Inhalte“.

Die letzte Etappe

Es ist 2003 und die Veröffentlichung des iTunes Store naht. Apple Corps sieht erneut die zuvor getroffene Einigung als verletzt an und reicht Klage ein. Die gerichtliche Entscheidung fällt 2006, zu Gunsten von Apple Computer, nun Apple Inc. Apple Corps musste die Gerichtskosten tragen.

Im Februar 2007 gaben beide Parteien Überraschend eine Einigung bekannt. Auch hier waren die genauen Konditionen nicht bekannt. Apple hielt nun die vollen Rechte für den Namen Apple und würde bestimmte Bereiche an Apple Corps lizensieren. Gerüchten zufolge soll Apple der Beatles Firma die Rechte am Namen Apple für 500 Millionen US-Dollar abgekauft haben.

Trotzdem dauerte es noch drei Jahre bis 2010 der Beatles Katalog auf iTunes verfügbar war.

Steve Jobs war übrigens bekannt dafür ein Fan der Beatles zu sein.

Seit wann benutzt ihr iTunes?