Sehnsüchtig wurden sie erwartet. Jetzt bringen gleich mehrere Hersteller fast gleichzeitig die ersten 3-D-Bildschirme auf den Markt. Aus dem Kino ist das Erlebnis räumlicher Tiefe bereits vertraut. Jetzt kann man es sich auch in die eigenen vier Wände holen.

Solange die Geräte ausgeschaltet sind, wirken sie wie ganz normale Flachbildschirme. Einzig das Vorhandensein einer zusätzlichen Brille lässt ahnen, dass es sich hier um etwas Besonderes handeln muss. Im Gegensatz zu den früheren farbigen Brillengläsern, durch die Einbußen bei der Leuchtkraft der Farben hingenommen werden mussten, gibt das neue Verfahren das gesamte Farbspektrum unverfälscht wieder. Gute 3-D-Bildschirme werden bei räumlicher Wiedergabe automatisch etwas heller, damit die Bilder durch die leicht getönte Brille in der gesamten Farbintensität gesehen werden. Um den 3-D-Effekt voll auskosten zu können, sollte die Bildschirmdiagonale nicht zu klein gewählt werden.

Der räumliche Eindruck entsteht dadurch, dass Aufnahmen, die von mehreren Kameras aus unterschiedlichen Perspektiven gemacht worden sind, einander in Sekundenbruchteilen abwechseln. Dieser Wechsel erfolgt zwischen 60- und 120-mal pro Sekunde, so dass er vom Betrachter nicht bewußt erkannt werden kann. 3-D-Fernseher müssen deshalb mindestens Signale von 120 Hertz, das bedeutet 120 Impulse pro Sekunde, verarbeiten können. Die Brille des Betrachters ist mit dem Bildschirm so synchronisiert, dass die Gläser in der gleichen Frequenz wie der Bildwechsel abwechselnd durchsichtig werden. Das geht so schnell, dass das Gehirn ein fortlaufendes räumliches Bild wahrnimmt. Da sich die Technik wesentlich von der im Kino unterscheidet, sind Kinobrillen für 3-D-Fernseher leider völlig ungeeignet.

Damit Brille und Bildschirm perfekt zusammenarbeiten, sendet der 3-D-Bildschirm ein Infrarot-Signal, aus der die Brille die erforderlichen Koordinationsdaten errechnet.

Brillen und Fernseher sind stets aneinander gebunden. Das führt dazu, dass die Betrachtung eines SONY 3-D-Fernsehers nur mit einer SONY-Brille möglich ist, für den Samsung braucht man eine Samsung-Brille usw.. Ferner sind auch 3-D-Beamer in Vorbereitung, mit denen man das räumliche Erlebnis wie im Kino auf eine (Spezial-)Leinwand werfen kann.

Die Sendeanstalten werden, mit Ausnahme einiger Fußballübertragungen, vorerst noch keine 3-D-Programme ausstrahlen. Entsprechende Filme wird es zunächst nur auf Blu-Ray geben. Damit das Signal direkt an den neuen 3-D-Fernseher geleitet werden kann, braucht der Blu-Ray-Player einen zusätzlichen HDMI-Ausgang. Diese direkte Verbindung ist notwendig, beim Umweg über einen Receiver würde die 3-D-Information verlorengehen.

Ein wenig Gewöhnung ist zunächst erforderlich: Neulingen kann beim 3-D-Genuss durchaus schwindelig werden. Allzu lange sollte man ohnehin nicht vor den Wunderkisten sitzen. Denn das Betrachten der neuen und ungewohnten Bildtiefe durch die Spezialbrille ermüdet die Augen deutlich schneller als herkömmliches Fernsehen.