Es gibt quasi nichts in der Technikwelt und auch darüber hinaus, was sich Alphabet beziehungsweise Google noch nicht zur Aufgabe gemacht hat. Selbstfahrende Autos, globales Internet, AlphaGo dominierende KI… Viele von euch sind bestimmt schon sehr vertraut mit dem Alphabet Portfolio. Nun ist Google der Coalition for Better Ads, zu welcher zum Beispiel schon Facebook, die Washington Post und Reuters gehören, beigetreten, um aktiv zur Verbesserung des Internet und der User Experience von Websites beizutragen. Wie das genau von statten geht, erklärt dieser Artikel:

Was möchte Google machen?

2018, so heißt es, möchte Google einen Filter für seinen Webbrowser Google Chrome einführen, welcher bestimmte Werbungen nicht mehr anzeigt. Dabei wird durch die Better Ads Standards festgelegt, was angezeigt wird und was nicht. Tipps für gute Werbung gibt es auch hier.

Das ist doch Zensur!

In gewisser Weise schon, da der Browser anfängt zu bestimmen was man sieht und was nicht, aber es ist auch wichtig zu verstehen, was tatsächlich für ein Gedanke hinter der Initiative steht:

Es steht außer Diskussion, dass bestimmte Arten der Werbung nervig sind und die User Experience entscheidend behindern. Videos die von alleine abgespielt werden, auch noch mit Ton, oder riesige Fenster, welche man nicht wegklicken kann und wenn, dann nur schwer, sind zwei Paradebeispiele für das, was nicht sein sollte.

Aber warum muss Werbung so sein?

Inhalte werden im Netz meist kostenlos zur Verfügung gestellt. Das heißt, dass jedem ein unermesslich großer Pool an Content zugänglich gemacht wird. Das heißt aber auch, dass die Bereitsteller der Inhalte keine Möglichkeit haben direkt an einem Leser zu verdienen. Folglich muss Werbung geschaltet werden. Das passt aber manchen Usern nicht und sie fangen an Ad Blocker zu benutzen, welche standardmäßig nicht nur nervige, sondern jede Werbung blockieren. So müssen Websites, welche eigentlich ihre Werbung im Griff haben und guten Content liefern, das Übel anderer Websites ausbaden.

Dadurch sind eben diese Websites davon abhängig, dass eine ganz kleine Gruppe an Usern auf ihre Werbung klickt, obwohl eigentlich viel mehr Leute die Inhalte konsumieren. Um dieses Defizit auszugleichen, muss gewährleistet werden, dass so viele User wie möglich auf die Werbung klicken, also muss sie möglichst prominent geschaltet werden – ein Teufelskreis.

Dieses Problem möchte Google nun in Angriff nehmen.

Erste Möglichkeit: Usern, welche einen Ad Blocker benutzen, soll in Zukunft durch eine Hinweis der Website die Option geboten werden sich aus der Werbung mittels des neuen Google Contributor, welcher sich aktuell in der Beta Phase befindet, herauszukaufen und damit bewusst die Website zu unterstützen. Folgende Orte werden unterstützt (weitere werden folgen): Nord Amerika, Großbritannien, Deutschland, Australien und Neuseeland.

Zweite Möglichkeit: Selbiger Hinweis rät einem seinen Ad Blocker speziell für diese Seite zu deaktivieren.

Auch wenn sich die Idee zuerst wirklich gut anhört, ist sie doch mit Vorsicht zu genießen. Google sagt zwar, dass auch von Google selbst bereitgestellte Werbung von den Filtern nicht ausgenommen ist, trotzdem sind Googles Haupteinnahmequellen immer noch mit Abstand AdWords und AdSense. Beide Dienste bieten die Möglichkeit Werbung zu schalten.

Quellen: 9to5Google, Google

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https://www.youtube.com/watch?v=MmkRJqnQ2T8