Überraschung. Apple wollte einmal mit einer eigenen Spielekonsole in die Videospielbranche einsteigen und ausnahmsweise hat Steve Jobs diese mal nichts mit der Idee zu tun. Böse Zungen würden wohl behaupten, dass das der Grund für den enormen Misserfolg der Konsole war. Trotzdem ist die Bandai/ Apple Pippin (PiP P!N) ein sehr interessantes, wenn auch erfolgloses, Projekt gewesen.

Der Zeitpunkt war nicht ideal

Da Apple die Pippin nicht selbst vermarkten wollte, lies man die Konsole lizensieren. Bandai war schließlich derjenige, welcher zugesagt hat und die Konsole 1995 in Japan und 1996 in den USA auf den Markt brachte.

Eine schwere Zeit, da sich Sonys PlayStation, Segas Saturn und Nintendos N64 schon etabliert hatten oder deren Release kurz bevor stand. Mit keinem dieser Geräte war die Apple Pippin technisch vergleichbar.

Um die Namen der beiden involvierten Parteien bestmöglich auszunutzen, wurde die Pippin in Japan als die Bandai Pippin Atmark und in den USA und Europa als die Apple Pippin @WORLD (Atworld) vermarktet.

Doch alle Bemühungen halfen nichts, die Konsole wurde ein Flop. Insgesamt nur 42.000 Exemplare konnten weltweit (!) abgesetzt werden, die meisten davon in Japan.

Warum war die Apple Pippin so ein Flop?

Wie bereits erwähnt spielte der Zeitpunkt eine wichtige Rolle. Denn an sich hatte die Konsole ein oder zwei doch sehr interessante Features zu bieten. Sie war zum Beispiel region free. Das heißt, egal ob man ein Spiel in Japan oder den USA kauft, es würde auf jeder Pippin laufen.

Die Pippin besaß auch eine Verbindung zum Internet, für die damalige Zeit ein enormes Feature, das sich den Meisten wohl noch gar nicht wirklich erschloss.

Das Betriebssystem, welches tatsächlich nicht Teil der Konsole war, sondern auf den Game Disks gespeichert war, war eine Abwandlung des damaligen Macintosh Betriebssystems. Ergo, Apple Pippin ließ sich auch als Computer einsetzen.

Und das war auch das größte Problem: Mit den vielen Funktionalitäten kam ein hoher Preis zu Stande, zum Teil mehr als doppelt so hoch wie die Konkurrenz, und insgesamt wurde jedes der einzelnen Features nur mittelmäßig umgesetzt.

Spiele

Auch bei den Spielentwicklern fand Pippin keinen Anklang. Das einzige nennenswerte Spiel heißt Super Marathon. Es wurde von Bungie entwickelt und ist damit eine Art Vorgänger der Halo Serie. Obwohl das Spiel an sich nicht schlecht war, war es seine Performance leider schon.

Dazu kamen noch kleiner Unannehmlichkeiten. Zum Beispiel die Tatsache, dass die Navigation durch die Spielemenüs via Trackball auf dem Controller geschehen musste.

Marathon ist übrigens hier umsonst auf Bungies Seite verfügbar, falls ihr mal einen Blick hineinwerfen wollt.

Interessanterweise konnte die Pippin einen relativ hohen Wert aufrechterhalten. Exemplare wechseln heute auf eBay immer noch für mehrere hundert Dollar den Besitzer.

War euch die Apple Pippin ein Begriff?