Apple Newton MessagePad 120

Das Apple Newton MessagePad 120. (Die 4. Generation) Bild: htomari

Wer glaubt, dass Apple erst Mitte des ersten Jahrzehnts im 21. Jahrhundert die Idee zu einem tragbaren Computer hatte, der liegt überraschenderweise falsch. Schon im Jahr 1993 hatte Apple die ersten Umsetzungen dieser Idee im Angebot. Die Apple MessagePad PDAs basierend auf der Apple Newton Plattform.

Noch nie davon gehört…

Während die Apple MessagePads heute nicht mehr besonders bekannt sind, sind es die Features des Newton Betriebssystems schon.

Wer hätte gedacht, dass die ersten MessagePad Personal Digital Assistants (PDAs) mit einem Stift ausgeliefert wurden und sogar Handschrifterkennung unterstützten? Für die damalige Zeit war das Innovation pur, nur leider haperte es an der Umsetzung.

Apples damaliger CEO John Sculley machte schon 1992 kein Geheimnis daraus, dass man an einem solchen Geräte arbeitete und pries schon im Voraus die Handschrifterkennung an. Entsprechend waren die Erwartungen hoch und konnten vom Original MessagePad (OMP) leider nicht erfüllt werden.

Abgesehen davon erhielt man mit einem MessagePad auch eine Handvoll an vorinstallierten Applikationen. In der ersten Version umfassten diese eine Notiz-App, einen Kalender, einen Taschenrechner, eine Zeitzonen-Karte und noch viel mehr. Schon mal gesehen?

In späteren Versionen des Newton OS wurden diese noch weiter verbessert und die Notiz-App zum Beispiel wurde mit Unterstützung für Hierarchien ausgestattet. Damit ließen sich ganz einfach geordnete oder sogar To-Do Listen anfertigen.

Noch mehr Features

Newton Books war Apples Neuinterpretation von Büchern. War ein Buch einmal ins richtige Format gebracht, konnte man sich mittels Suchfunktion oder Hyperlinks schnell und mühelos im Buch bewegen, Text in die Zwischenablage für die Verwendung in anderen Programmen kopieren oder sich sogar den Text vorlesen lassen.

Apples eigens für Newton OS entwickelte Programmiersprache NewtonScript ermöglichte sogar das Einbinden von weiteren Elementen in die Bücher wie zum Beispiel Quizfragen.

Viele Elemente davon findet man noch in den heutigen Kindles wieder.

Übrigens, auch Synchronisation von Kalendern und Listen war zwischen Newton OS und anderen Computern schon möglich. Erst per Kabel und später sogar per Wireless-LAN.

Apple Newton Produkte Uebersicht

Eine Auswahl der verschiedenen MessagePads. Bild: Wolfgang Stief

Die verschiedenen Generationen

Zusammen mit dem Betriebssystem wurde auch die Hardware weiterentwickelt. Technische Spezifikationen sind aus heutiger Sicht wohl eher uninteressant, es sei aber gesagt, dass bei den Designs der späteren Modelle der Stift direkt im Gehäuse gelagert werden konnte. Sogar ein Modell mit Tastatur ist erschienen.

Apple lizensierte Newton OS auch an andere Hersteller und es erschienen unter anderem Modelle von Motorola, Siemens oder Sharp.

Mit der Rückkehr Steve Jobs zu Apple wurde das Newton Projekt 1998 beerdigt. Geräte wurden aber noch viele Jahre danach von Fans benutzt.

Das Konzept wurde mit der Vorstellung des ersten iPhones im Jahr 2007 erstmals wieder aufgegriffen – allerdings ohne Stift, denn wer braucht schon einen Stift?

2010 folgte dann das iPad und mit dem iPad Pro dann schließlich auch der Stift.

Benutzt ihr einen Apple Pencil?